Mark Häberlein / Thomas Müller-Bahlke / Hermann Wellenreuther () (Hgg.): Hallesche Pastoren in Pennsylvania, 1743-1825. Eine kritische Quellenedition zu ihrer Amtstätigkeit in Nordamerika. Bd. 7: Briefe und andere Amtsdokumente der Vorgesetzten und enger Mitarbeiter. (= Hallesche Quellenpublikationen und Repertorien; Bd. 15/7), Wiesbaden: Harrassowitz 2021, LIX + 567 S., ISBN 978-3-447-11636-7, EUR 134,00
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Mark Häberlein / Thomas Müller-Bahlke / Hermann Wellenreuther () (Hgg.): Hallesche Pastoren in Pennsylvania, 1743-1825. Eine kritische Quellenedition zu ihrer Amtstätigkeit in Nordamerika. Bd. 8: Register (= Hallesche Quellenpublikationen und Repertorien; Bd. 15/8), Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen zu Halle 2023, 608 S., ISBN 978-3-447-11976-4, EUR 128,00
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Christoph Cornelißen (Hg.): Geschichtswissenschaften. Eine Einführung, 3. Aufl., Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2004
Tünde Beatrix Karnitscher : Der vergessene Spiritualist Johann Theodor von Tschesch (1595-1649). Untersuchungen und Spurensicherung zu Leben und Werk eines religiösen Nonkonformisten, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015
Gaby Mahlberg: The English Republican Exiles in Europe during the Restoration, Cambridge: Cambridge University Press 2020
Thomas Müller-Bahlke / Holger Zaunstöck (Hgg.): Das Ansehen der Stadt. Halle in historischen Ansichten, Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen zu Halle 2009
Philipp Gassert / Mark Häberlein / Michael Wala: Kleine Geschichte der USA, Stuttgart: Reclam 2007
Mark Häberlein (Hg.): Im Auftrag Halles nach Nova Scotia. Johann Gottlob Schmeißer und die Anfänge der lutherischen Kirche in Kanada, Wiesbaden: Harrassowitz 2022
Der vorliegenden Besprechung liegen insbesondere die beiden letzten der insgesamt acht Bände zugrunde, mit deren Publikation im Jahr 2023 die umfangreiche Quellenedition zur Tätigkeit hallescher Pastoren in Nordamerika zwischen den 1740er und den 1820er Jahren zu ihrem Ende gekommen ist. Die ersten beiden Bände der Edition sind - mit Blick auf das Gesamtunternehmen - bereits im Jahr 2020 von Thomas Dorfner kompetent in den sehepunkten besprochen und breiter in die Forschung eingeordnet worden. [1] Hier daher nur knapp zur Erinnerung:
Der Publikation liegt die mehrjährige Arbeit eines DFG-Forschungsprojekts zugrunde, innerhalb dessen außer den Herausgebern zahlreiche Mitarbeitende seit 2013 gewirkt haben. [2] Ihre Aufgabe war es, das reichhaltig überlieferte Material aus dem Umfeld von insgesamt 13 Pastoren zugänglich zu machen, die im Gefolge des ungleich bekannteren Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787) im Lauf des 18. Jahrhunderts durch die Halle-Glauchaer Anstalten mit dem Ziel einer gemeindlichen Seelsorge und geistlichen Betreuung deutscher Lutheraner nach Nordamerika entsandt wurden. Eine Auswahl von knapp 700 Dokumenten liegt mit der achtbändigen Edition nun gedruckt und kommentiert vor: So enthalten die Bände 1 und 2 Selbstzeugnisse im weiteren Sinne wie Lebensläufe und Diarien, gefolgt von vier Bänden mit überwiegend brieflichem Material der einzelnen Geistlichen (in alphabetischer Reihung ihrer Namen). In Band 7 werden knapp 200 Schriftstücke aus der Feder der deutschsprachigen amtlichen Korrespondenzpartner der Pastoren auf dem europäischen Kontinent und insbesondere ihrer Vorgesetzten präsentiert, darunter etwa die Londoner Geistlichen Ziegenhagen und Pasche sowie die Leitungsebene der Anstalten: Unter den Beiträgern dominiert Gotthilf August Francke (1696-1769) mit 85 Dokumenten aus seiner Feder, doch es ist zugleich das Verdienst dieses Bandes, nicht allein die Rolle des gegenüber seinem Vater August Hermann weiterhin deutlich weniger erforschten jüngeren Francke als Organisator Hallescher Überseeunternehmungen greifbarer zu machen, sondern auch den Fortgang der Anstaltsarbeit nach Gotthilf Augusts Tod im Jahr 1769 zu beleuchten. Dass die deutsche Hofkapelle in London eine bedeutende Mobilitäts- und Kommunikationszentrale zwischen Halleschem Pietismus und Neuer Welt darstellte, war bislang für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts durch entsprechende Forschungsarbeiten bekannt; doch auch hier ist es das Verdienst der Edition - und insbesondere von Band 7 -, die weiteren Entwicklungen quellenbasiert greifbar zu machen.
Zwar sind bereits in jedem einzelnen Teilband Orts- und Personenindizes enthalten, doch bietet der Registerband 8 weit mehr als nur deren Synopse: Neben Personen-, Orts- und Sachgesamtregistern, Dokumenten-, Archivalien- und Abkürzungsverzeichnissen präsentiert der größte Einzelabschnitt ein rund zweihundertseitiges Glossar von insgesamt 126 bedeutenden Personen. Die hier präsentierten Informationen sind zweifellos außerordentlich hilfreich, doch zeigt sich (nicht allein) an dieser Stelle, wie sehr die Zeit über ein derartiges Unternehmen hinweg gegangen ist: Der Abschnitt wirkt wie eine ausgedruckte Datenbank und wäre bei entsprechender digitaler Zugänglichkeit weitaus sinn- und wertvoller nutzbar (was man, so viel akribische Arbeit auch zweifellos in die gedruckte Edition geflossen ist, letztlich auch für das Gesamtunternehmen festhalten könnte).
Beim vorliegenden, nunmehr zum Abschluss gekommenen monumentalen Werk handelt es sich um einen mehrere tausend Seiten umfassenden, gewichtigen Beitrag zu einer Christentumsgeschichte des 18. Jahrhunderts, dessen Bedeutung weit über Halle und Europa hinausreicht und wo es noch manches zu entdecken gibt. Es wäre überaus wünschenswert und hilfreich für seine Rezeption, würde sich das Werk bald in digitaler Form zugänglich machen lassen.
Anmerkungen:
[1] https://www.sehepunkte.de/2020/09/33875.html [26.08.2026].
[2] https://wissenschaft.francke-halle.de/einrichtungen/studienzentrum/projekt-hallesche-pastoren [26.08.2026].
Alexander Schunka